Freiwillige Feuerwehren der VG Bellheim

Vor 45 Jahren verwüstet Großbrand Bellheims Dorfmitte

Vor 45 Jahren – am 29. August 1976 – wurden sechs Scheunen und Schuppen in der Dorfmitte von Bellheim ein Raub der Flammen. Zwischen Blumen- und Hauptstraße brannte damals ein ganzes Scheunenviertel. Ein Großteil des in den Scheunen untergebrachten Viehs konnte durch Helfer gerettet werden, doch mehrere Schweine und ein Bulle kamen bei dem Unglück ums Leben. Der Schaden betrug damals etwa eine Million Mark. Alterskameraden der Feuerwehr und Augenzeugen erinnern sich …

An dem sonnigen Sonntagnachmittag stand innerhalb weniger Minuten ein ganzes Scheunenviertel zwischen der Blumenstraße und Hauptstraße in hellen Flamen. Insgesamt brannten von sechs Anwesen die Scheunen und Schuppen nieder. Flammen und Rauchsäulen waren kilometerweit zu sehen. Noch bevor die sofort alarmierte Feuerwehr den Brandherd in der Blumenstraße abschirmen konnte, sprang das Feuer wahrscheinlich durch Funkenflug auf benachbarte Scheunen und Schuppen in der Hauptstraße über. In sekundenschnelle stand der gesamte Scheunenbereich in meterhohen Flammen. Die in den Stallungen untergebrachten Tiere und Viehbestände konnten größtenteils durch zahlreiche Helfer gerettet werden, mehrere Schweine verbrannten. Am Einsatzort waren insgesamt 15 Feuerwehren mit 35 Fahrzeugen, davon waren 21 im Einsatz. Meterhohe Flammen und Rauchschwaden deuteten schon von weiter Ferne auf die Brandkatastrophe hin. Das DRK unterstützte und versorgte die Wehrleute. In der Nacht zum Montag glimmte an mehreren Stellen das Feuer immer wieder auf und musste erneut gelöscht werden. Die meisten Wehrleute waren bis zum Montagabend im Einsatz.

Nach einem im Amtsblatt veröffentlichten Brief des damaligen Bürgermeisters Kurt Adam grenzte es bei diesem fürchterlichen Brandherd fast an ein Wunder, dass die Wohnhäuser verschont blieben und nicht noch größeres Unheil über die Betroffenen hereingebrochen sei. Er bedankte sich für den mutigen Einsatz der Wehrleute, denen er im Namen der Verbandsgemeinde Dank und Anerkennung aussprach. Besonderer Dank galt hierbei den Wehren aus Bellheim unter der Leitung des damaligen Wehrführers Kurt Gumbrecht sowie von Knittelsheim und Ottersheim, die auch die ganze Nacht über Brandwache gehalten und gelöscht hatten. Aus der „Rheinpfalz“ war zu entnehmen, dass die schwer Betroffenen nicht verzagten und bereits am Montagmorgen mit den Aufräumarbeiten begannen. Großzügig unterstützte das US-Depot in Germersheim diese Arbeiten, das spontan Spezialfahrzeuge zur Verfügung stellte. Ein Anwohner lobte die amerikanische Unterstützung, ohne die die Betroffenen schon verzweifelt wären. Auch das Pionierbataillon der Bundeswehr Speyer hatte Fahrzeuge zur Verfügung gestellt.

Der Schaden wurde damals mit 1 Million Mark beziffert. Nach den Ermittlungen der Kripo Germersheim wurde vermutet, dass Selbstentzündung in einer Scheune in der Blumenstraße die Ursache des Bellheimer Großbrandes war.

 

[Quelle Rheinpfalz, 29.08.2016]

[…] „Ich war als erster mit meinem inzwischen verstorbenen Kameraden Helmut Haag am Brandort“, erinnert sich Alterskamerad Heinrich Strauß aus Bellheim. „Es war gegen 16.15 Uhr, ein sonniger und heißer Tag.“ Strauß und seine nach und nach eintreffenden Kameraden konnten jedoch nicht verhindern, dass andere Scheunen ebenfalls in Brand gerieten. „In der Blumenstraße, im ersten Anwesen, haben wir den Angriff gemacht“, erinnert sich Strauß. Zwei Schweine, deren Haut verbrannt war, seien aus dem Anwesen gerannt. Diese seien eingefangen worden und „der Sohle-Metzger hat sie totgestochen“.

„Als Bub von acht Jahren – der mit seinen Eltern oftmals sonntagmittags in Bellheim Familienbesuche machte – wollte ich nach Bekanntwerden des Unglücks sofort dorthin. Doch Vater und Onkel erlaubten es nicht“, berichtet ein Zeitzeuge. Nach kurzem Quengeln erbarmten sich die männlichen Erwachsenen und gingen mit dem neugierigen Jungen an die Unglücksstelle. Schließlich war auch der Bruder des Vaters, der in Rülzheim lebte, als Feuerwehrmann im Einsatz. „Herbert Wittenmeier, der Schornsteinfeger, war mit dem LF 8 aus Rülzheim da“, erzählt Strauß. Aus einer brennenden Scheune kam ein Bulle gelaufen. „Aber als er die vielen Leute sah, ist er wieder umgedreht und zurück in die Scheune gelaufen. Der hat es nicht mehr geschafft. Bis nach Rülzheim sind die glimmenden Tabakblätter geflogen. Aus Germersheim kam die Drehleiter“, erinnert sich der ehemalige Feuerwehrmann.

 

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